In unseren Klassen lernen jeweils 8 bis 13 Schülerinnen und Schüler zusammen. Die Klassen können mehrere Altersjahrgänge umfassen und bleiben in der Regel über mehrere Jahre als soziale Gruppe zusammen.

Vorstufe

Organisation 

Die Schülerinnen und Schüler werden im Alter zwischen sechs und sieben Jahren in die Vorstufe eingeschult. Dort bleiben sie zwei Jahre und können sich in dieser Zeit an Schule, Schultag, Mitschülerinnen und Mitschüler und die neuen Bezugspersonen gewöhnen. Eine Vorstufenklasse umfasst im Durchschnitt acht bis zehn Schülerinnen und Schüler. Durch die kleine Klassengröße soll der Start in das Schulleben erleichtert werden. 

 

Stufenbezogene Schwerpunkte und Inhalte

In der Vorstufe liegt ein Schwerpunkt der Arbeit in der Vermittlung von Basiskompetenzen, die für den weiteren schulischen Werdegang wichtig und grundlegend sind. 

Allgemeines Ziel der Vorstufenarbeit ist es, in folgenden Bereichen Grundlagen zu schaffen:

  • Sozialverhalten
  • Räumliche Orientierung
  • Selbstständigkeit
  • Lern- und Arbeitsverhalten
  • Kommunikation
  • Wahrnehmung
  • Motorik und Anbahnung feinmotorischer Fähigkeiten

Ein unterrichtlicher Schwerpunkt ist die Anbahnung der Kulturtechniken wie zum Beispiel die Informationsaufnahme durch Bilder oder Symbole. Im Bereich Lesen und Schreiben wird mit dem Leselehrgang „ABC der Tiere“ und im Bereich Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen mit dem Rechenlehrgang „Zalo Zifferli“ gearbeitet. Die Inhalte werden dabei den Lebens- und Lernbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler angepasst und Lernziele individuell formuliert. 

Neben dem Unterrichtsalltag in der Schule liegt ein wichtiger Schwerpunkt der Vorstufenarbeit in der Zusammenarbeit mit dem Elternhaus z. B. durch regelmäßigen Informationsaustausch über Elterngespräche oder Einladungen zu Festen und Feiern.

 

Methoden und individuelle Förderung

In der Vorstufe soll die Strukturierung und Ritualisierung des Schulalltags den Schülerinnen und Schülern Sicherheit geben und ihnen die Orientierung innerhalb des Schultages erleichtern. Der Unterricht ist von hohen Handlungsanteilen geprägt und verbunden mit musischen und spielerischen Angeboten. Kurze Unterrichtseinheiten und kleine Differenzierungsgruppen ermöglichen kleinschrittiges Lernen, das den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler entgegenkommt.

Unterstufe

Unterstufe

Unterstufe

Organisation 

In der Unterstufe lernen die Schülerinnen und Schüler im Alter von etwa acht bis elf Jahren. Die Klassen bleiben, bis auf wenige Ausnahmen in ihren angebahnten sozialen Strukturen zusammen. Eine Unterstufenklasse kann eine Klassengröße von bis zu zwölf Schülerinnen und Schüler umfassen. Die Verweildauer in dieser Stufe beträgt drei Schulbesuchsjahre. 

 

Stufenbezogene Schwerpunkte und Inhalte

Die in der Vorstufe vermittelten Basiskompetenzen und unterrichtlichen Ziele werden in der Unterstufe gefestigt, vertieft und weitergeführt. Dies betrifft folgende grundlegende Bereiche: 

  • Kommunikation
  • Wahrnehmung
  • Räumliche und zeitliche Orientierung 
  • Grob- und Feinmotorik
  • Sozialverhalten
  • Selbstständigkeit

Ein unterrichtlicher Schwerpunkt der Unterstufe ist die Vermittlung von kognitiven Inhalten wie z. B. den Kulturtechniken. Im Bereich Lesen und Schreiben wird der Leselehrgang „ABC der Tiere“ und im Bereich Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen der Rechenlehrgang „Zalo Zifferli“ weitergeführt und bearbeitet. 

Das Lernfeld der Schülerinnen und Schüler beschränkt sich nicht mehr nur auf die eigene Person und die unmittelbare Umgebung, sondern öffnet sich einer erweiterten Sachwelt. Der Einsatz von Gebärden ist fest im Unterricht verankert. Formen des kooperativen Arbeitens werden verstärkt in das Unterrichtsgeschehen einbezogen. 

 

Methoden und individuelle Förderung

In der Unterstufe nehmen Formen des allgemeinen schulischen Lernens und Arbeitens einen größeren Raum ein. Neue Methoden des offenen Unterrichts wie z. B. Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Lernen an Stationen, Projektarbeit usw. werden erarbeitet und eingeführt. Es sollen offene Lernsituationen geschaffen werden, die einen möglichst hohen Aufforderungscharakter haben. So wird den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit gegeben, ihren individuellen Lernbedingungen entsprechend, selbstständig mit dafür besonders geeigneten Lernmaterialien zu arbeiten. 

In der Unterstufe können die Schülerinnen und Schüler auch Angebote außerhalb des Klassenunterrichts wahrnehmen. Der Schulchor, das Schwarzlichttheater oder die Fußball- AG, sowie klassenübergreifenden AG in Deutsch und Mathematik bieten Möglichkeiten zur Erweiterung ihrer Kenntnisse und schaffen neue Lernsituationen mit anderen Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen. 

Mittelstufe

 

Mittelstufe

Organisation 

Nach fünf Schulbesuchsjahren, etwa im Alter von elf bis zwölf Jahren, wechseln die Schülerinnen und Schüler von der Unterstufe in die Mittelstufe, in der sie in der Regel drei Jahre verbleiben. Eine Mittelstufenklasse hat im Durchschnitt eine Klassengröße von zwölf Schülerinnen und Schülern. 

 

Stufenbezogene Schwerpunkte und Inhalte

Während der Jahre in der Mittelstufe entwickeln sich die Schülerinnen und Schüler vom Kind zum Jugendlichen. Daher werden besonders Themen wie die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht und die Förderung der Selbstwahrnehmung sowie des Selbstbewusstseins als Mädchen oder Junge im Unterricht behandelt. Zudem rücken die individuelle Förderung der Selbstständigkeit und die Entwicklung erweiterter sozialer Kompetenzen in den Vordergrund. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler ihr Regelverständnis und ihre Gruppenfähigkeit ausbauen und erweitern. Zudem wird die Entwicklung eines angemessenen Konfliktverhaltens geübt und mit Unterstützung reflektiert. 

Unterrichtliche Schwerpunkte sind der Ausbau und die Vertiefung von bereits erworbenen Fähigkeiten im Bereich der Kulturtechniken. Die Schülerinnen und Schüler lernen in leistungsbezogenen Differenzierungsgruppen, so dass das Lesen, Schreiben und Rechnen verbessert und ausgebaut werden kann. Sachthemen zum Weltwissen nehmen einen großen Raum ein.

 

Methoden und individuelle Förderung

Der Unterricht in der Mittelstufe ist größtenteils im Klassenverband organisiert, einzelne Stundenblöcke erfolgen in Kooperation mit einer Partnerklasse (z. B. Sport, Schwimmen, Sportangebote für Schwerstmehrfachbehinderte). Einmal wöchentlich werden klassenübergreifende AG´s angeboten. 

Ein Ziel der Mittelstufe ist der Ausbau des Arbeitsverhaltens und eine Erweiterung der Arbeitstechniken. Dies soll durch den vermehrten Einsatz von offenen Unterrichtsformen wie Stationenlernen, Partnerarbeit und weiteren kooperativen Lernformen erreicht werden. 

Oberstufe

Oberstufe

Organisation 

In der Oberstufe werden 14- bis 17jährige Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Verweildauer in dieser Stufe beträgt drei Jahre. Die Klassengröße umfasst in der Regel 11 bis 13 Schülerinnen und Schüler. 

Die Oberstufe hat eine Brückenfunktion zur Berufspraxisstufe, die in die Bereiche der beruflichen Bildung einführt.

 

Stufenbezogene Schwerpunkte und Inhalte

In der Oberstufe vertiefen und festigen die Schülerinnen und Schüler in handlungsorientierten und fachorientierten Lernbereichen ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Kulturtechniken sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Zusätzlich zu den Unterrichtseinheiten im Stundenplan sollen die Schülerinnen und Schüler nun lernen ihre erworbenen Kompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen in lebenspraktischen Unterrichtsbereichen anzuwenden (z. B. Rezepte lesen, Einkaufsliste schreiben). Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, ihre Fertigkeiten auch auf alltägliche Situationen zu übertragen. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Oberstufe ist die Auseinandersetzung und der Umgang der Schülerinnen und Schüler mit der eigenen Behinderung. Ein Ziel ist es, die eigene Behinderung mit ihren persönlichen Begrenzungen zu akzeptieren, aber auch im Rahmen der Behinderung eigene Ansprüche zu entwickeln und einzufordern.

 

Methoden und individuelle Förderung

Ein Schwerpunkt in der Oberstufe ist die Förderung des selbstständigen Arbeitens im Hinblick auf den Übergang in die Berufspraxisstufe und das spätere Arbeitsleben. Der Unterricht findet sowohl als Klassenunterricht als auch klassenübergreifend in einem Kurssystem an einem Wochentag statt. Dabei werden die für die späteren Arbeitsprozesse notwenigen praktischen Fähigkeiten eingeübt, z. B. beim Werken, in der Hauswirtschaft, im Textilunterricht, im Schülercafé usw.

Innerhalb der Oberstufe nimmt zudem die Bewegungserziehung einen großen Raum ein. Sportliche Aktivitäten werden verstärkt angeboten und können für manche Schülerinnen und Schüler ein wichtiges Ventil zum gelenkten Abbau überschüssiger Energien, aufgestauter Frustrationen usw. sein. Die Teilnahme an sportlichen Wettbewerben steigert ihr Selbstvertrauen und bestärkt sie in ihren Kompetenzen.

Berufspraxisstufe

Unterstufe

Berufspraxisstufe

Organisation 

Die Berufspraxisstufe ist als zweijährige Stufe konzipiert, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Berufsschulpflicht erfüllen. Sie stellt den Übergang von dem gewohnten Schulleben in das Arbeitsleben dar. Eine Klasse der Berufspraxisstufe kann bis zu 13 Schülerinnen und Schüler umfassen. 

 

Stufenbezogene Schwerpunkte und Inhalte

Ein Schwerpunkt der Berufspraxisstufe liegt in dem Erreichen einer größtmöglichen Autonomie und Selbstbestimmung einer jeden Schülerin/ eines jeden Schülers. 

Auf Grund der sich verändernden Interessen und Einstellungen und der neuen Anforderungen im Arbeitsleben, stehen in der Berufspraxisstufe folgende Inhalte im Vordergrund:

  • Einblicke in mögliche Arbeitsstätten
  • Wohnen und Selbstversorgung
  • Anwendung der bereits erworbenen Kompetenzen im Bereich der Kulturtechniken
  • Freizeitgestaltung und Umgang mit Medien
  • Partnerschaft
  • Herstellung von Kontakten und Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern
  • Veränderung von Tagesabläufen, Leistungsanforderungen und dem Wechsel von Lern- und Arbeitsformen

Der vorrangige Arbeitsplatz der Schülerinnen und Schüler ist in der Regel die Werkstatt für behinderte Menschen. Im Unterricht werden daher die Materialien, Geräte und Arbeitstechniken für die spätere Arbeit kennengelernt. Gemeinsam mit den Lehrpersonen wird ein geeigneter Praktikumsplatz ausgesucht, wobei die individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden. Zusätzliche Praktika auf dem ersten Arbeitsmarkt ergänzen den Einblick in die Arbeitswelt. 

 

Methoden und individuelle Förderung

In der Berufspraxisstufe werden an zwei Wochentagen die üblichen Klassenstrukturen aufgelöst und es wird in einem Kurssystem gearbeitet. Dies soll den Schülerinnen und Schülern die Annäherung an den Arbeitsprozess erleichtern, indem sie die Möglichkeit bekommen an mehreren Tagen der Woche an einer Aufgabe kontinuierlich zu arbeiten und ihre Ausdauerfähigkeit zu erhöhen. 

Wichtige pädagogische Prinzipien in der Berufspraxisstufe sind:

  • Erwachsenengerechte Ansprache
  • Verstärkte Mitsprache
  • Verstärktes handlungsorientiertes Arbeiten
  • Verstärkte Freiarbeit
  • Arbeit an Stationen

Zur Dokumentation der zweijährigen Berufspraxisstufenzeit führt jede Schülerin/ jeder Schüler gemeinsam mit der Lehrkraft ein Portfolio, in dem beispielsweise Unterrichtsinhalte, Besuche von Einrichtungen, Praktika und Betriebsbesichtigungen dokumentiert werden.